P O R T R A I T

 

Der Frauenverein Liebefeld-Köniz ist eine Sektion des Regionalverbands Bern-Freiburg (Zusammenschluss der

Frauenvereine der Kantone Bern und Freiburg) sowie Mitglied im Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger

Frauen (SGF).

 

Gegründet wurde der Frauenverein Liebefeld-Köniz am 16. November 1945. (s. Text unten)

 

Ende Februar 2017 zählte die Sektion Liebefeld-Köniz 164 Mitglieder.

 

Der Jahres-Mitgliederbeitrag beträgt Fr. 20.-

 



 

Gründung des Frauenvereins Liebefeld-Köniz:

Abschrift:

 

Aufruf

An die Frauen und Töchter in Köniz-Liebefeld

Liebe Frauen,

Seit einigen Monaten dürfen wir freier atmen, - der Krieg ist zu Ende - die Gefahr ist vorüber. Die Unversehrtheit unseres Landes ist ein Wunder, für das wir nie genug danken können. Es wird noch lange Zeit nötig sein den kriegsmüden Menschen zu helfen, wir wollen vor allem weiterhin die armen Kinder bei uns aufnehmen, dass sie zu neuen Kräften kommen.

Aber auch bei uns, in unserer nächsten Nähe, gibt es Schwierigkeiten und Nöte, die wir sehen müssen, und denen gerade wir Frauen, in gemeinsamer Anstrengung abhelfen können. Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, hier, im unteren Teil der Gemeinde Köniz, einen

F r a u e n v e r e i n

zu gründen.

Der Landfrauenverein, der seiner Natur nach mehr in der oberen Gemeinde beheimatet ist, sowie der Frauenverein von Wabern und andere kleinere Gruppen haben längst bewiesen, welch nützliche Arbeit die Frauen im Dienste der Allgemeinheit leisten können. (Es sei hier nur kurz an die hauswirtschaftliche Ausbildung unserer Töchter, an die Kindergärten, an die Nähstuben von Wabern erinnert.) Mit all diesen Vereinigungen wird auch der neue Verein aufs Engste zusammenarbeiten, sie in ihren Bestrebungen unterstützen, und wenn möglich neue Aufgaben übernehmen, die durch das rasche Wachstum der Gemeinde entstanden ist.

Vor allem möchte der Verein alle diejenigen miteinander verbinden, die der Ansicht sind, dass frauliche Fürsorge über den engeren Kreis der Familie hinausdringen soll. Wenn die Frauen am allgemeinen Wohl mitarbeiten können, sei es auch mit der allerbescheidensten Hilfeleistung, dann wir der zufällige Wohnort wirklich zur Heimat. Eine solche Heimat, für die Jedes mitverantwortlich ist, brauchen vor allem unsere Kinder. Sie verlieren nichts, wenn die Mutter ab und zu über das eigene, persönliche Wohl hinausdenkt, sondern sie wachsen dadurch in eine natürliche Volksgemeinschaft hinein mit ihren Rechten und Pflichten.

Wenn der Verein eine segensreiche Arbeit verrichten soll, dann müssen möglichst viele Frauen mithelfen. Jede hat die Gabe, sei es dass sie nähen kann oder zeichnen, dass sie gut organisieren kann, oder in einsamem Winkel gute Gedanken spinnt; unverheiratete Frauen, mit ihrem beruflichen Können, mit ihrer meist grösseren Kenntnis des öffentlichen Lebens, sind ganz besonders geschätzte Helferinnen. Die Neuorganisation wird nicht ganz leicht sein, aber wenn alle einander helfen, sollte jedes Mitglied des Vereins das Gefühl bekommen, an seiner nützlichen Aufgabe mitzuwirken, ohne in seinem Privatleben merklich gestört zu sein.

Über den inneren Aufbau des Vereins und über den Pflichtenkreis der da übernommen werden soll, werden wir Frauen

am nächsten Freitag, dem 16. November 1945 , 20 Uhr, im Hessgutschulhaus, Speisesaal

zu beraten haben.

Eine Mitarbeiterin des Bernischen Frauenbundes, Frau Graf, wird uns mit ihrer praktischen Erfahrung beistehen und beraten, gleichsam als Gotte das Kindlein aus der Taufe heben. Wir können ihr für ihre uneigennützige Bemühung nur dadurch danken, dass wir uns recht zahlreich zu dieser

Gründungsversammlung des Frauenvereins

einfinden. 


Gemeinnütziger Frauenverein Liebefeld-Köniz